Schreiben an Bürgermeisterin Pohle

Trotz der Einsicht zur bestehenden Wohnungsnot in Berlin und dem stadtweit eingeleiteten Wohnungsbauprogramm gibt es unsererseits massive Bedenken hinsichtlich der in unserem Kiez geplanten Vorhaben. Unser Anliegen in Schriftform…

Berlin, den 25. 5. 2018

Das Anliegen der Bürgerinitiative Cecilienviertel zur Wohnverdichtung

Sehr geehrte Frau Pohle,
bezugnehmend auf die durch unsere Eigeninitiative in Erfahrung gebrachten Informationen zum durch die degewo geplanten Verdichtungsbau entlang der Wuhlestraße 2 – 8 wenden wir uns mit folgender Bitte an Sie als Bürgermeisterin und Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung Berlin Marzah-Hellersdorf:
Trotz der Einsicht zur bestehenden Wohnungsnot in Berlin und dem stadtweit eingeleiteten Wohnungsbauprogramm gibt es unsererseits massive Bedenken hinsichtlich der in unserem Kiez geplanten Vorhaben.
Wir möchten keinen weiteren Verdichtungsbau an der Wuhlestraße 2- 8 erdulden müssen, wei

  • 1. das Wohngebiet bereits verdichtet genug ist
    2. der Imagecharakter von Marzahn unter erneuter Ghettoisierung leiden würde, wo andernorts Projekte aufgrund massiver einflussreicher Proteste fallengelassen werden.
    3. Die Willkür der Wohnungsbaugesellschaften nicht über die Interessen der Bürger hinweg herrschen darf und die Kommune hier bedingungslos zustimmt, wenn Fördermittel zur Effizienz -und Gewinnmaximierung eingestrichen werden, wo Maß und Verträglichkeit überschritten sind.
    4. hier stattdessen viel dringender Infrastruktur fehlt, z. B. Schule, Kita, Jugendfreizeiteinrichtung, Seniorenbegegnungsstätte, Arztpraxen (v. a. Kinderarzt, Internist, Allgemeines).
    5. genügend andere Flächen frei sind, um zu bauen und eine Umwidmung erfolgen könnte.
    6. die Wohnqualität erhalten bleiben muss.
    7. die Spielplätze keinem Beton weichen dürfen. Wo sonst sollten die 568qm nutzbare Spielfläche herkommen, die bei 142 Whg. zusätzlich zur Verfügung gestellt werden müsste? (Je Whg. liegt der gesetzliche Schlüssel bei 4 qm)
    8. bisher kein schlüssiges Gesamtkonzept zur Bebauung durch alle beteiligten Gesellschaften vorliegt.
    9. die Parksituation bereits jetzt schwierig ist.
    10. die Anbindung an den ÖNVB spärlich ist.
    11. eine Lärmbelästigung durch Baulärm über Jahre die Wohnqualität mindern würde, die allein schon durch permanente Wohnungs- und Straßen-Sanierungsarbeiten, öffentliche Grünpflege sowie durch das angrenzende Gewerbegebiet bis hin zu den Infrastrukturbauten ihr Höchstmaß erreichen würde, abgesehen von der dringend nötigen Straßenverbreiterung.
    12. die engen Kiezstraßen einem weiter wachsenden Durchfahrtsverkehr nicht gewachsen sind
    13. hier der grüne Radwanderweg entlang führt und eher einer geschützten Streckenführung bedarf als der Gefährdung durch entgegenkommende bzw. ständig längs der Fahrbahn parkende Autos und Schwerlastfahrzeuge
    14. eine soziale Durchmischung des Wohngebietes bereits grenzwertig vorliegt. Durch sozialen Wohnungsbau würde sich diese prozentual nach unten bewegen. Fluktuation droht.
    15. Grünflächen mit Stadtumbaumitteln in Höhe von 85.000€ nach Rückbau erschaffen wurden, Bäume entlang der Wuhlestraße erst 2015 gefällt und wiedererrichtet wurden.
    16. Die Innenhofbebauung keinen Mehrwert für die Anwohner bringt und weder als sinnvolle, noch behutsame Verdichtung gelten kann.
    17. ein städtebauliches Gesamtkonzept mit Bürgerbeteiligung für das Cecilienviertel vom Bezirksamt in Kooperation mit den Wohnungsbaugesellschaften erstellt werden sollte, welches die Lebensqualität der Kiezbewohner für die Zukunft sichern könnte.

Wir beziehen uns auf die persönlich bekundete Unterstützung zum Konsens durch die Bausenatorin Frau Lompscher.
Wir bedanken uns für Ihre Gesprächsbereitschaft.

Die Vertreter der Bürgerinitiative Cecilienviertel

Dagmar Lenz, Hartmut Hohlfeld, Mathias Platzeck

 

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