Plattenbauten sollen aufgestockt werden

Der Vorschlag der Bürgerinitiative “Rettet den Ilsekiez”, auf die vorhandenen Plattenbauten in ihrem Wohnpark ein Stockwerk draufzusetzen, mutiert inzwischen zu einer Art Zauberformel für die Beseitigung des Wohnungsmangels in Berlin.

Der Vorschlag wurde allerdings im Januar 2018 von der dortigen städtischen Wohnungsbaugesellschaft Howoge  ausdrücklich abgelehnt, weil dieser ihr unpraktikabel und ineffizient erschien. Sie setzte stattdessen auf zusätzliche Neubauten. Und ausgerechnet die Howoge will nun im Verbund mit dem Berliner Senat ein entsprechendes Pilotprojekt in Angriff nehmen. Vermutlich werden wieder reichlich Geldmittel fließen, so wie es vor nicht allzu langer Zeit finanzielle Vergünstigungen für Rückbau und Abriss gab. Diejenigen, die damals wie heute, am meisten betroffen waren und am wenigsten zu entscheiden hatten, sind – wie üblich – die Mieter.

Auch im Bezirk Marzahn-Hellersdorf, der ja mit Plattenbauten aus DDR-Zeiten reichlich gesegnet ist, macht man sich Gedanken. Zitat aus der aktuellen Berliner Woche vom 19. 9. 2018:

„Natürlich ist das eine Möglichkeit, an neue Wohnungen zu kommen“, sagt dazu die Bürgermeisterin und Stadträtin für Stadtentwicklung im Bezirk, Dagmar Pohle (Die Linke) gegenüber der Berliner Woche:
“Allerdings müssten immer die Interessen der Mieter und Anwohner berücksichtigt werden. So dürfe es beispielsweise nicht zu Verschattungen von anderen Wohnungen kommen und müssten Parkplätze und Kitaplätze für die zusätzlichen Mieter vorhanden sein.”

Das ist interessant: Bei Aufstockungen sind also für Frau Pohle “immer die Interessen der Mieter und Anwohner” zu berücksichtigen. Es wäre schön und folgerichtig, wenn unsere Bürgermeisterin diesen Grundsatz auch bei Neubauten vertreten würde – wie aktuell in der Wuhlestr. 2-8. Da haben wir aber bisher leider eine ganz andere Erfahrung machen müssen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.